Es braucht schon einiges, um mich von guter Laune auf ganz miese zu bringen, aber diese Woche hatte es einfach in sich.
Tja, eine Kette an Unannehmlichkeiten hatte sich wie eine böse Gewitterwolke über mir zusammengebraut.
Es fing alles letzte Woche Donnerstag an. Ich war ganz stolz, weil ich noch keinen Teller kaputt gemacht habe, da geh ich in den letzten fünf Minuten vor Feierabend an die Eismaschine und will die Behälter säubern. Ihr müsst wissen, dass amerikanische Kühlschränke eher mit deutschen Gefrierschränken zu vergleichen sind. Gefrierschränke sind noch mal eine Spur kälter und es bilden sich immer Eisschichten an den Rändern. So auch in der Eismaschine. Hampelig, wie ich nun mal bin, versuche ich den Behälter vom Erdbeereis rauszunehmen, was natürlich nicht klappt, weil zwei Eisklumpen an den Rändern herrausragen. Ich ergreife also die Initiative und versuche das Eis mit meinem rechten Zeigefinger abzukratzen. War aber ein dicker Eisklumpen, also leg ich ganz viel Kraft rein. Und dann gibt das Eis auch nach, doch unter dem Eis war ne hübsche Metallplatte und die bohrt sich schön tief unter meinen Fingernagel. Der hat dann erstmal etwas Blut gespritzt und war etwas locker. Stolzerweise kann ich sagen, dass ich nur einmal leise geflucht habe, keine Tränen, keine Schreie bloß ein leises, aber aus tiefstem Herzen kommendes Fuuuu. Ja, musste verbunden werden, und meinen Zeigefinger konnte ich dann auch nicht mehr benutzen, was mich im Alltag echt eingechränkt hat, aber you know - shit happens.
Vorgestern wurden dann zwei aus der Community gefeuert, und das gab dann auch noch mal nen Dämpfer in der Stimmung, meine Chefin ist total K.O. und das mag ich gar nicht, weil sie wirklich ein ganz, ganz lieber Mensch ist. Und ich mags nicht, wenn es lieben Menschen nicht gut geht. Im Café gestern ist dann auch einiges schief gelaufen, ich hab Fehler gemacht, meine Kollegin hat Fehler gemacht und es pinkelt ab einem bestimmten Level alle an, wenn man Fehler macht und dann war der Nachmittag auch noch ziemlich lahm (bis ich besagten Kaffee zu mir genommen habe ^^).
Gestern wollte ich ja noch zum Community Garden gehen, und bin mit meinem Rad hingefahren. Dort war dann aber niemand, weil es nichts zu tun gab. Und weil das Wetter so schön war, hab ich beschlossen zum Supermarkt zu raddeln. Der ist mit dem Fahrrad nicht wirklich weit weg, vielleicht 15 Minuten, zu Fuß ist es aber doch ein ganzes Stück.
Kurz bevor ich am Supermarkt ankomme, beginnt mein Rad merkwürdige Geräusche zu machen. Ich steig also ab, und was sehen meine Äuglein? Das hintere Rad ist aufgeplatzt. Das Fahrrad konnte ich also nicht mehr benutzen. Es hatten sich wohl ganz viele kleine Dornen in das Rad gebohrt. Zu dem Zeitpunkt wurde es schon dunkel, und hier wird es ziemlich früh und schnell dunkel ( 19 Uhr, und es ist tiefste Nacht) und ich stand mit meinem kaputten Fahrrad und Finger auf der Straße. Yeeaah! Glücklicherweise habe ich eine Teamkollegin getroffen, die mich samt Fahrrad nach Hause gefahren hat! So hatte der Tag doch noch ein gutes Ende, aber ich hab jetzt eben kein Fahrrad. :( Und in einer Stadt ohne Schwebebahn, Busse, Taxen, U-Bahn, Metro, Straßenbahn, Zügen oder sonstigen öffentlichen Verkehrsmitteln, ist das Leben ohne Fahrrad wie ein Leben ohne funktionierenden Zeigefinger - ziemlich eingeschränkt. Und wenn sowohl das Fahrrad als auch der Zeigefinger nicht funktionieren...tja - that sucks!!
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