Samstag, 7. September 2013

Arbeit

Was mache ich eigentlich in den USA, werden sich manche sicherlich schon gefragt haben. Ich gehe hier nicht studieren, auch wenn das aus welchen Gründen auch immer die meisten glauben ( liegt wahrscheinlich daran, das ich reich und klug wirke) , sondern bin hier im Rahmen eines Freiwilligen Friedensdienstes ( FFD). Meine Entsendeorganisation ist die Evangelische Kirche im Rheinland, kurz eKiR, mit der ich unter anderem einen wirklich unvergesslich schönen Ausreisekurs erleben durfte. Die eKiR verschickt jedes Jahr junge Menschen ab 18 Jahre in verschiedene Länder und Regionen, an denen es jeweils unterschiedliche Einsatzgebiete gibt. Meines liegt in Alamosa und ich arbeite im Projekt La Puente, auf deutsch: die Brücke. La Puente hat wiederum selbst kleinere Arbeitsstellen, und ich möchte euch von den zweien berichten, in denen ich 5 Tage die Woche 8 Stunden lang ganz viel Liebe versprühe. Mein Hauptarbeitsplatz nennt sich Milagros, das Wunder. Milagros ist ein Café mit ganz viel Stil. Also ernsthaft, alles in dem Laden hat Stil, kein Wunder, dass sie mich dorthin geschickt haben. ;P Sämtliche Einnahmen, die im Café gemacht werden, gehen an LaPuente. So ist es dem Projekt möglich die anderen Einsatzstellen zu finanzieren und am Leben zu halten. Im Cafe lerne ich, wie man die verschiedernsten Drinks herstellt, von Americano über den Grizzly Gusher, bis zum Italian Sofa, ist alles dabei. Ich hab zwar die Maschinen noch nicht ganz durchschaut, aber das wird denk ich noch. Meine Arbeitskollegen, Paul, Morgan, Nicole und Steph sind einfach die Besten. Super geduldig, lustig und ganz ganz liebevoll erdulden sie jegliche Patzer meinerseits ( z.B. wenn ich den halben Sack Kaffee danebenschütte, und das meiste im Spülwasser landet). Naja, ich und Handarbeit eben. Aber wenn ich zurück nach Deutschland komme, bin ich euer Kaffeeheld, und zaubere euch die krassesten Drinks eures Lebens her. Aber nur wenn ihr nett seid. Das coole im Café ist, das ich auch experimentieren darf, und wenn etwas wirklich gut geworden ist, kommt es auf die Karte. Das ist mein großes Ziel! *-* Ich überlege momentan in Richtung smoothie mit Eiscreme und Kaffee-mix, das klingt interessant. Erfrischend, koffeinhaltig, fruchtig-cremig. Oh ja! Wie auch immer, im Cafè gibt es ein paar Stammkunden, die Drinks von denen hab ich noch nicht drauf, aber das kommt noch. Ich hab da z.B. einen Mann, der mir immer das Geld auf den Tresen schmeißt und mich dann nur erwartungsvoll ansieht. Ja, noch so einer mit style, auch wenn ich ihn zunächst ebenso erwartungsvoll angeschaut habe. Paul hat das dann geregelt, und mir erklärt, dass er das immer so macht. Joa. Von der Frau, die mich blöd abgemacht hat, weil Milch in ihrem Cappuccino war, muss ich hier gar nicht groß erzählen. Die hatte das Prinzip Cappuccino nicht verstanden. Kann man nix machen. Mein anderes Einsatzgebiet in La Puente heißt Rainbow's End. Und der Name passt ziemlich gut. Man betritt den Laden und er ist voller kleiner Geheimnisse, ein richtiger Laden zum exessiven Stöbern. Sie am Ende eines Regenbogens, an dem man viele kleine und große Überraschungen erwartet. Ich bin in der Botique des Ladens, der Teil hat eher antike und wertvolle Gegenstände in sich versteckt. Ich muss allerdings die Musik im Laden ändern, 8 Stunden Enya machen doch etwas wuschig. Vielleicht traf ich demnächst so ein langes quietschbuntes Kleid mit Hippie Sonnenbrille und offenem Haar und spiel Hellseherin im Laden, während Enyas hypnotisierenden Klänge durch den Raum wabern. Rainbow's End lebt von Spenden, die jedermann und Frau dort abgeben möchte. Von Nähmaschinen bis zu Hochzeitskleidern ist eigentlich alles vertreten. Fernseher, schmuck, staubsauger, Bücher, Filme und so weiter. Wirklich cool. Mein Supervisor Rich und seine Frau Lacy sind so ziemlich die nettesten Menschen, die man sich vorstellen kann, deshalb verstehen wir uns jetzt schon sehr gut. Die Arbeit macht mir also Spaß, uns was Gutes mache ich auch noch dabei. Ganz liebe Grüße an euch alle, wo auch immer ihr euch grade befindet!

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