Freitag, 6. September 2013
Es lebt!
Ja, ich lebe noch. Es ist doch erstaunlich, was eine Woche ohne Internet ausmachen kann, aber beginnen wir am Anfang.
Als ich mich letzte Woche Mittwoch um vier Uhr zum Flughafen aufgemacht habe, war mir noch nicht klar,dass ich ein Bett so schnell nicht mehr wiedersehen würde. Bis nach Dallas lief alles (bis auf eine unglaublich unnötige Kontrolle meines Handgepäcks) wie geschmiert. Dann ging es wie gesagt nach Dallas, wobei der Start ein wenig verzögert wurde, da die Flügel des Flugzeugs plötzlich Rauch ausgespuckt haben und unser Flugzeug in eine Rauchwolke getaucht haben. Bis auf den Piloten selber wurden alle, ich mit eingeschlossen, leicht panisch. Schließlich sollten wir mit der Maschine etwas Zeit verbringen, unter anderem über dem Atlantischen Ozean. Nach etwas Tatütata seitens der Flughafenfeuerwehr sind wir dann gestartet. Einfach so. Ich habe die ersten vier Stunden die Vorzüge des Fliegens genossen, bis es dann doch etwas langweilig wurde. Man darf sich das ungefähr so vorstellen:
Nach zwei Stunden fliegen: Oh, wow, wir sind über dem Ozean, wie aufregend! Der ist ja groß!
Nach drei Stunden fliegen: Wir fliegen schon so lange und sind immer noch überm Ozean. Der Ozean ist ja wirklich riesig!
Nach vier Stunden: Ich hab keine Lust mehr, doofer Ozean!
Nach sechs Stunden: Noch immer Ozean. Really? Are you kidding me?
Irgendwann tauchte allerdings Land auf, was im meinem Kopf durch verschiedenste Harmonien von Engelschören untermalt wurde. So zogen an mir also unter anderem Philly, Boston, St. Louis und und und vorbei und ich sah vor meinem geistigen Auge meine Mitfreiwilligen fröhlich aus dem Flugzeug steigen und mir grinsend hinterherwinken. Wie man sieht, war ich nicht mehr so wirklich in der Gegenwart, die ich verdrängte ( man hatte mir Bohnen ins Essen gesteckt >.< ) und ich suchte seit Stunden eine gemütliche Schlafposition, während ein paar Sitze neben mir ein Junge so ziemlich seit Beginn des Fluges vor sich hinschnarchte. Die Landung hat es dann nochmal geschafft besonders grässlich zu werden. Wirklich schlimm. So schlimm, dass ich es als Video festgehalten habe. Und dann, kommt der glorreiche Moment, wo du aus dem Flugzeug springst und du fühlst eine tiefe Land-Mensch Verbindung. Und die Welt wird schön, weil du dein Jahresvisum bekommst (nur dank Schichtwechsel, erst wollten sie mich gar nicht reinlassen) und die Sonne scheint ( und dein nagelneuer Koffer wurde halbgeschrottet) und die Fahrt zum Gate ist wirklich aufregend und du findest dein Gate schnell und ohne Probleme und auf dem Bildschirm steht Anschlussflug nach Dustin und Moment...DUSTIN?! An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass ich nicht mehr weiß, ob die Stadt wirklich Dustin hieß, es war jedenfalls ein hässlicher Name. Letztendlich stellte sich heraus, dass ich meinen Anschlussflug verpasst hatte. Kennt ihr die Szene aus König der Löwen, wo Simba die Herde auf sich zurennen sieht und dann unter hochdramatischer Musik die Kamera auf sein Gesicht zoomt? So ähnlich hat sich der Moment angefühlt. Es hieß also 4 Stunden warten. Irgendwann ließ man uns endlich ins Flugzeug, zu dem Zeitpunkt war ich fast 27 Stunden unterwegs. Nach fast zwei Stunden Flug kam ich dann endlich an - mein Koffer wurde in der Zwischenzeit endgültig geschrottet - und habe zusammen mit meiner Chefin vor Ort die Nacht verbracht. Bis wir allerdings die Unterkunft gefunden haben, vergingen nochmal eineinhalb Stunden, das war tatsächlich ziemlich tricky. Am nächsten Vormittag ging es dann auf nach Alamosa, immer wieder mit kleinen Zwischenstopps in den wunderschönen Rocky Mountains. Und einen Trip in den National Park namens: The Garden Of The Gods. Die Götter selber waren zwar nicht da, dafür aber die wunderschönen uralten Felsen, die wohl schon vor den Rocky Mountains über dem Land aufragten. Wirklich beeindruckend und Ehrfurcht erregend.
Am Nachmittag bin ich dann endlich (!!!) in der kleinen Stadt Alamosa angekommen, und welche Gefahren und Abenteuer ich dort erlebt habe, erfahrt ihr in meinem nächsten Eintrag.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen