Mittwoch, 8. Januar 2014

Und, wie war dein Urlaub so?

Hauptfrage, wenn ich hier auf Menschen treffe, die wissen, dass ich Urlaub gemacht habe, oder einfach nur realisiert haben, dass sie einen Menschen eine Woche lang nicht gesehen haben, was in einer Kleinstadt recht ungewöhnlich sein kann. 
Ja. Was soll man denn darauf antworten? Ich hab meine Lösung gefunden. 
War... (dramaturgische Pause)...eigentlich (betone dieses Wort) gut, ...(nachdenkliches Nicken)...jaa ...(kurze Pause, weiterhin Nicken) war gut. 
Und die Reaktionen darauf sind erstaunlich (dämlich): FREUT MICH FÜR DICH!!!
Nächste Frage: Hattet ihr Spaß?
Ich: Jaaaaaaaaah.
Und die Reaktionen darauf sind ebenfalls erstaunlich ("): TOLL! SCHÖN, DASS DU DICH ERHOLEN KONNTEST:
Ich: Hmmm..ähääää.

Meist hab ich Glück und der Small Talk ist vorbei.
Ich denke nämlich, dass nicht jeder meiner Kunden erfahren muss, was vorgefallen ist, denn ich möchte gern ein Arbeitsverhältnis aufrechterhalten. Erst recht, wenn die Kunden eh zu aufdringlich sind, und dieses Arbeitsverhältnis am liebsten auflösen würden.

Tja, aber da hab ich nicht mit meiner Arbeitskollegin/ Freundin gerechnet. Die greift gern ins Gespräch ein und bemerkt meine Todesblicke gar nicht.
Die Unterhaltung fällt dann folgendermaßen aus.

Kunde: Und, wie wars im Urlaub so?
Ich: War....eigentlich gut...jaa...war gut.
Arbeitskollegin: Ihr Haus hat gebrannt. 
Kunde: Ach echt?
Ich: (genervt) Yeeeaah.
Arbeitskollegin: Und sie ist in den Schneesturm geraten und ihr Flug wurde gestrichen und verlegt, un -
Ich: WIR HABEN ÜBRIGENS NEUE ANGEBOTE! HIER, ICH ZEIG SIE IHNEN!
Arbeitskollegin: Ich komm mit. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja..

Noooooiiiiin!!!!

Es wurde so schlimm, dass ich mit ihr ein Gespräch führen musste. Manchmal kann es hart sein, mit ihr zu arbeiten. Sie ist eine wundervolle Person, aber dieses Asperger Syndrom lässt ihr Gefühl für soziale Interaktion oft links liegen. Und dann heißt es: Geduldig sein. Keine Gefühle verletzen. Auf angemessene, aber klare Art und Weise sagen, dass man nicht möchte, dass jeder Kunde in mein Privatleben schauen kann. Und dass man andere Menschen in Unterhaltungen auch nicht unterbricht. 
Und das es vielleicht auch einen besonderen Grund gibt, warum man bestimmte Dinge mit bestimmten Menschen nicht teilen möchte.

Das hat sie dann auch eingesehen und jetzt geht es schon viel besser. Trotzdem unangenehme Situation. Aber dann haben wir am Abend noch etwas super cooles zusammen erlebt, und das hat die Stimmung erheblich steigen lassen. Da war nämlich ein Vogel (irgendwas Papageienartiges) und der konnte sprechen!!!!!
Der hat Hallo gesagt und Bye und Hi, sugar und solches Zeug. Voll cool!
Und ich hab heute eine Vase umgeschmissen. DIE ERSTE DIESES JAHR!! WUHUUU! Ich hab mich selbst beklatscht, so wie ich es immer tue, wenn ich mich besonders geschickt anstelle. Man muss sich ja auch irgendwie aufheitern. Und außerdem: Scherben bringen Glück.

Zurück in Alamosa ist also alles wieder beim Alten. Nur dass ich mit mehr Energie an die Arbeit gehe (Ich dachte, während der Arbeit: Da hat dir dein Urlaub ja ordentlich Feuer unterm Hintern gegeben....und dann hab ich einen Lachflash gehabt - ich hasse es, wenn meine Gedanken lustig sind, denn dann sieht es aus als wäre ich verrückt, weil ich aus heiterem Himmel loslachen muss). Aber ja. Ich arbeite vieeel motivierter.
Was echt cool ist.
Bis dennele!

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