Das hab ich mir gestern zum Motto gemacht. Heiligabend ganz alleine zu verbringen - naja, man kann sich schöneres vorstellen. Hier in unserer Kleinstadt fliegen nämlich 60% aller Einwohner zu ihren Familien. Und Heiligabend ist hier in den USA eh nicht so das große Fest, das feiern sie nämlich erst heute am ersten Weihnachtstag. Dementsprechend war auch nichts los. Also bin ich nach der Arbeit nach Hause gegangen und dachte mir wie absolut merkwürdig es ist, das tatsächlich der 24. Dezember sein soll. Denn in Weihnachtsstimmung war ich überhaupt nicht. Mein Haus hab ich momentan für mich allein, da meine Mitbewohner über die Feiertage zu den oben genannten 60% gehören. Also recht still hier. Da kann schon ziemlich starkes Heimweh aufkommen. Aber dann hab ich mir gesacht: Hömma, Rahel. Du hast ein ganzes Haus für dich allein, es ist Weihnachten, also feier auch Weihnachten. Und das hab ich dann auch gemacht. Meinen kleinen Weihnachtsbaum ins Zimmer getragen un zum Leuchten gebracht, Lichterkette in meinem Zimmer angeschmissen, Weihnachtsmusik aufgedreht, laut dazu gesungen (schließlich hatte ich das Haus für mich) und ordentlich Stimmung gemacht. Irgendwann dazwischen hab ich mir noch "Findet Nemo" angesehen. Sehr schöner Film.
Ich wusste schließlich, was auf mich zukommen würde, und hab einfach das Beste draus gemacht. Denn vom einsam sein, wirds auch nicht besser. Alles eben eine Frage der Einstellung.
Heute, an dem Tag, den man in Murica so feiert wie Heiligabend in Deutschland, bin ich dann auf ner Familienfeier. Da freu ich mich schon drauf.
Allerdings werd ich das gestrige Heiligabend nicht so schnell vergessen. So viele Dinge nehmen wir als selbstverständlich an und quengeln darüber nicht genügend Geschenke zu bekommen. Und irgendwie wird Weihachten doch auch mit jedem Jahr unweihnachtlicher.
Jetzt weiß ich, dass all diese Dinge eigentlich ziemlich nebensächlich sind. Denn was mir gefehlt hat, waren nicht die Geschenke, sondern meine Familie. Und der überwitzige Weihnachtsgottesdienst auf dem meine Schwester und ich entweder mit ner Gruppe von Unbekannten die Weihnachtslieder absichtlich schief singen oder den alten Mann beobachten, dessen Nasenspitze mit akrobatischem Talent seine Brille balanciert.
Spaß hatte ich gestern trotzdem. Nur eben ein bisschen anders.
Merry Christmas!

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