Am Sonntag, müsst ihr wissen, hat alle Welt frei, nur ich und meine anderen armen Leidensgenossen nicht (scherz, Sonntag zu arbeiten ist chillig und die Woche endet schon am Donnerstag, ich liebe es). Jedenfalls arbeite ich also am Sonntag und es war der Wahnsinn, unsere Kunden haben das Trinkgeld nur so vom Himmel regnen lassen. Eine Stunde vor Feierabend ist unser Trinkgeldglas also prall gefüllt mit hübschen Scheinchen, die uns anlachen und den harten Arbeitstag mit einem zuckersüßen Wink der Freude abschließen werden.
Fünf Minuten später ist das Glas wie vom Erdboden verschluckt. Und das gesamte Trinkgeld, das wir uns in den acht Stunden verdient haben auch.
Ja. Wir suchen und suchen und suchen, aber es ist nicht da, was natürlich Anlass zur Annahme gibt, dass unser Trinkgeld gestohlen wurde.
Ich und der Rest der Anwesenden waren ziemlich ange..nervt. Ich mein, wer nimmt denn bitte Freiwilligen, die eh schon kaum Geld bekommen, ihr Trinkgeld weg?! Das macht man nicht. Naja, ich halte es einfach mit meinen Kollegen und sag nur eins: Karma. Eigentlich würde ich gerne noch ein Komma und ein Wort dranhängen, dass mit b anfängt und iaatch aufhört.
Aber es ist, wie es ist, sach ich mir an dem Tag und mache mich auf den Heimweg, bereit den Vorfall in die Vergangenheit zu verlegen. Da passiert das, was einem an solchen Tagen passiert. Ich hole mein Handy aus meiner Hosentasche um Musik zu hören, da fallen ein fünf und ein zwei Dollar Schein (ja, es gibt zwei Dollar Scheine und sie sind extrem selten) aus meiner Hosentasche und segeln mit dem Wind vor mir her! Ich renne also hinterher,wie in so einem blöden Mr Bean Film, der seinem Zugticket bis ans andere Ende der Stadt hinterherrennt und versuche auf die Scheine zu treten, damit sie nicht weiterfliegen. Aber immer wenn ich einen erwischt habe, ist der andere weitergesegelt und ich bin dem anderen Schein hinterher und der andere ist wieder frei und segelt ebenfalls durch die Gegend! Es passiert, was passieren musste. Ich fange den zwei Dollarschein ein und will gerade meinen fünf Dollar Schein fangen, da segelt er glücklich in ein mit Stacheldraht umzäuntes Firmengelände. Ich kann nicht eben in den Laden und fragen, ob sie mich durchlassen, weil es (überraschung) Sonntag ist, und die meisten Geschäfte am Sonntag geschlossen haben. Der Wind weht nun aber viel leichter und der fünf Dollar Schein liegt harmlos neben einem kleinen Grasbüschel. Ich sage mir also, na gut, was solls, sind ja nur fünf Dollar und gehe drei Schritte weg, aber da juckt es mich so sehr jetzt noch fünf Dollar zu verlieren nachdem mir schon ein hammer Trinkgeld gestohlen wurde, das ich umdrehe und mich vor den Zaun stelle. Denn wenn der Wind in die eine Richtung wehen kann, dann weht er auch in die andere und ich werde dann da sein und meinen fünf Dollar Schein wieder einsammeln! Denn er war meiner, mein eigener fünf Dollarschein, und ich hab ihn mir durch harte Arbeit verdient und er war ein ganzes Mittagessen wert! Und ich würde ihn nicht irgendeiner fremden Person überlassen, die so glücklich ist, am richtigen Ort zu sein, als der Wind ihn in seine Richtung geweht hatte! Und siehe da, der Wind wechselt seine Richtung, aber statt den Orkanwehen, die meinen fünf Dollar Schein weggepustet haben, ist es nur eine leichte Brise! Selbstverständlich bleibt mein fünf Dollar Schein einfach liegen. Minuten vergehen, Passanten und Autofahrer schauen mich schräg an, wie ich da wie gebannt auf das schnödeste Firmengelände aller Zeiten starre. Und dann...eine etwas stärkere Böhe und der Schein rollt in meine Richtung! Wenige Minuten wieder ein bisschen mehr und danach wieder ein kleines bisschen und ich quietsche: "Gut so, komm zu Mammi, Scheinchen" und dann liegt er praktisch direkt vor mir nur diese hässlichen Gitter ( übrigens im Karo-Muster) trennen uns. Vor Sorge, dass der Wind die Richtung wechseln könnte, quetsche ich also meine Hand durch das Gitter (ich liebe meine kleinen Handgelenke) und schnappe mir meinen Schein, reiche ihn in meine andere Hand und quetsche meine Hand wieder aus dem Zaun heraus. Jaaaaaaaaaaaahahahahahaa!! Ich stecke den Schein an einen sicheren Ort und gehe zufrieden nach Hause! Ich habs geschafft, Freunde, ich habe meinen fünf Dollar Schein wiederergattert! Oh ja! Der Tag war absolut filmreif!
Und mit den anderen zwei Geschichten wird das jetzt nichts mehr, das schreib ich in andere Einträge!
Liebeeee!!
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